Schwarze Nacht

Da sitz ick nu: Der tote Punkt, meen tota Punkt naht. Drei Uhr nachts gleich erreicht. Aua. Nur een Patient - ähm - Klient noch umtriebich. Treibt sich mit irgendnem Fernseh-Krimi die Hallus aus, versucht et wohl zumindest. Der wollte um halb eins noch n' Tässken Kaffee von mir. Geb ick ihm doch gleich, is ja sowieso wach, wacher jeht's eh nich mehr. Aber denn doch det schlechte Jewissen: Hätte ihm 'n bissken Dipi - det is so ne Hau-Ruck-in'n-Schlaf-Droje - drufkippen solln. Hab ick aba nich. Jetzt sitzt er da, wahrscheinlich bis der Morgen graut. Der Arme. Und denn geistert er weiter, der kleine 21-jährige Untote, unser klenet Zombienchen.
Die Krakelerin - mann, kann eene klene Frau laut sein! - schnarcht bei offener Tür. Sie sägt uns ne kleine nächtliche Flurbeschallung, det die Wände wackeln. Und ick müh mir enen ab, det die Streichhölzer zwischen mene Lieder nich bersten tun. Sowat! Schön, wenn man nen juten Schlaf hat.
Aber vielleicht och wieda meene Schuld. Die Krakelerin hab ick vorhin mit ner janz schlauen Schlafdroge versorcht: Eis am Stiel. Ja, wirklich, jetzt mümmelt sie wie 'n klenet Kindt - bis uf den Lärm, den ihr Gaumensejel beim Hin- und Herschlajen macht. Muss man jehört haben. Sowat.
Ja, wat soll ick da noch sagen? Hätt ick mir ufftriebijer vorjestellt, meene erste Nacht in der Psyscha... Psychiatrie
der Alex
der Alex
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