Shanghainesen


Da sind sie also. Die Tiere.
Dies wird ein Blog für meine Mutter und alle anderen Tierliebhaber.
Was würde ich das gerne durch die Bilder illustrieren, die ich gemacht habe. Aber das lässt man hier nicht zu. Komme nicht an meinen USB-Karten-Speicher. Nun denn.
Enten. Auf der Straße. Zusammengedrückt in einer kleinen Wanne. So eine Wanne wie die, die man für seine nasse Wäsche benützt. Sie leben alle noch, die Daunen-Spender. Ihre Füße sind zusammengebunden, die Federn verklebt, die Tiere selbst wie betäubt. An Flucht ist nicht zu denken. Sie versuchen, zu atmen. Man kann nicht sagen, ob sie verstört oder verängstigt sind. Sie sehen eigentlich so aus, als wären sie ganz die Ruhe selbst. Wie unter Drogen gesetzt.
Als ich mich ganz nahe über sie beuge, sind sie nicht mehr beunruhigt als vorher. Sie haben wohl schon lange aufgegeben, das zu sein, was sie sind. Jetzt sind sie nur mehr Ware, warten auf einen Käufer, für den sie dann ganz frisch einen Kopf kürzer gemacht werden.
An einer anderen Stelle des Marktes.
Ein Mann liegt am Straßenrand in einer Wanne. Ähnlich der Wanne, in der die Enten lagen. Alles ist relativ. Er hält ein Nickerchen.
Vor ihm drei weitere Wannen mit lebenden Fischen. Eine Frau kommt, greift in ein Becken und zieht einen riesigen Fisch heraus, wirft ihn zu Boden. Der Verkäufer ist etwas angeekelt, weil der Fisch so um sich schlägt und genervt, weil er seinen Schlafplatz in der Wanne aufgeben muss.
Die Frau nimmt ein Beil und versucht dem Fisch den Garaus zu machen. Der Fisch zappelt weiter. Sie lacht. Dann muss der Chef ran. Er haut so lange zu, bis der Fisch keinen Kiemen mehr zuckt, und beginnt dann, ihn von seinen Schuppen zu säubern. Eine Plastiktüte drum, "lunch" ist fertig.
In einer kleinen Seitenstraße der Altstadt. Ein weißer Hund, etwas übergewichtig, aber wunderschön, liegt in einem Liegestuhl und wird von seinem Besitzer liebevoll gestriegelt. Der Hund räkelt sich, knurrt wohlig, weiß wohl nicht so recht, ob er die Prozedur angenehm oder eher lästig findet. Von oben bis unten wird der schöne Weiße durchgekämmt. Dann rollt er sich wieder im Liegestuhl zusammen und schläft weiter. So wie den Menschen hier, geht es auch den Tieren. Den einen geht es beneidenswert gut, die anderen leiden vor sich hin.
Ich habe mir sagen lassen, dass Hundefleisch nur dann richtig gut wird, wenn man die Hunde vor dem Schlachten immer wieder durchprügelt. Das erhöht den Adrenalinspiegel, und das, meint man, sei gut fürs Fleisch.
Ich hoffe, dass ich das nicht auch noch mit eigenen Augen begreifen muss. Meine Augen und mein Herz gehen jetzt schon über...







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