Beijing, gelobt gehasste Stadt
Ankunft in Peking.
Alle sprechen Englisch, zumindest ein paar Broeckchen. Das genuegt, um mit annaehernd jedermann und -frau in der Stadt kommunizieren zu koennen.
Ich bin gluecklich, nach all den Wochen eine unerwartete Erleichterung meines Hierseins.
Alle sprechen Englisch, zumindest ein paar Broeckchen. Das genuegt, um mit annaehernd jedermann und -frau in der Stadt kommunizieren zu koennen.
Ich bin gluecklich, nach all den Wochen eine unerwartete Erleichterung meines Hierseins.
Ich werde in den richtigen Shuttle-Bus gelotst und es geht in Richtung Innenstadt.
Im Bus fragt mich jemand - wie so oft in diesen Wochen -, woher ich kaeme. Dieser Jemand ist "flight attendant", oder wie wir Deutschen boese sagen, Saftschubse bei Air China, respektive Lufthansa, Star Alliance. Jed.
Ein chinesischer Gentleman, der fliessend Englisch spricht und mir gleich hilft, meinen Weg zum Hotel zu finden. Er soll spaeter zu meinem Freund in Beijing werden, ohne den ich auch hier ziemlich verloren gewesen waere.
Was meint ihr, kann man in China verloren gehen?
Kleines Beispiel: Kreuzen wir eine Strasse, werde ich am Ellebogen gefuehrt wie ein altes Oehmchen, damit ich nicht mit dem Fließ-Verkehr kollidiere. Manchmal moecht ich mich schon straeuben, aber es ist ja lieb gemeint...
Egal. Was wollt ich sagen.
Kurz nach Ankunft im Bus denke ich also: Hallelujah, ist das schoen, endlich mal wieder mit jemandem sprechen zu koennen. Knapp vier Wochen war ich jetzt Allein-Selbst-Unterhalter.
Im Bus fragt mich jemand - wie so oft in diesen Wochen -, woher ich kaeme. Dieser Jemand ist "flight attendant", oder wie wir Deutschen boese sagen, Saftschubse bei Air China, respektive Lufthansa, Star Alliance. Jed.
Ein chinesischer Gentleman, der fliessend Englisch spricht und mir gleich hilft, meinen Weg zum Hotel zu finden. Er soll spaeter zu meinem Freund in Beijing werden, ohne den ich auch hier ziemlich verloren gewesen waere.
Was meint ihr, kann man in China verloren gehen?
Kleines Beispiel: Kreuzen wir eine Strasse, werde ich am Ellebogen gefuehrt wie ein altes Oehmchen, damit ich nicht mit dem Fließ-Verkehr kollidiere. Manchmal moecht ich mich schon straeuben, aber es ist ja lieb gemeint...
Egal. Was wollt ich sagen.
Kurz nach Ankunft im Bus denke ich also: Hallelujah, ist das schoen, endlich mal wieder mit jemandem sprechen zu koennen. Knapp vier Wochen war ich jetzt Allein-Selbst-Unterhalter.
Nach der Begegnung mit einem weiteren planlosen Taxi-Fahrer, der mich vom Bus zum Hotel bringt und stundenlang in der Gegend rumkurvt - was mir in diesem Fall nur noch ein muedes Laecheln entringt - bin ich am Ziel.
Auch im Hotel fliessendes Englisch. Aaaaahhhhhhhh. Ist das schoen.
Ich gehe noch mal raus, nachdem ich mein Zimmer um Mitternacht mit meinem Mikrofaser-Lappen "nachgeputzt" habe und esse an der naechsten Ecke. Aaahhhh.
Dann bekomme ich nachts um 1:30 Uhr noch eine einstuendige Massage in so einem "Massage-Club", der eher einem Puff gleicht. Mir egal. Frische Laken, frisches Handtuch und eine Stunde durchwalken fuer schlappe 10 Euro. Ahhhhh.
Auch im Hotel fliessendes Englisch. Aaaaahhhhhhhh. Ist das schoen.
Ich gehe noch mal raus, nachdem ich mein Zimmer um Mitternacht mit meinem Mikrofaser-Lappen "nachgeputzt" habe und esse an der naechsten Ecke. Aaahhhh.
Dann bekomme ich nachts um 1:30 Uhr noch eine einstuendige Massage in so einem "Massage-Club", der eher einem Puff gleicht. Mir egal. Frische Laken, frisches Handtuch und eine Stunde durchwalken fuer schlappe 10 Euro. Ahhhhh.
Ich konnte klar machen, dass ich NUR eine Massage will.
Nachts um halb drei falle ich zufrieden ins Bett und weiss: Ich und Beijing, wir sind bereits Freunde.
Schon am naechsten Morgen werde ich eines besseren belehrt.
Ich und Beijing muessen uns erst kennenlernen. Und wo Beijing ist, ist eben auch Unerfreuliches. Touristen-Nepper.
Ich ziehe um 10 Uhr los, steige am Tiananmen-Platz aus und gucke in diese grosse Stadt. Gucke nicht lange, da sprechen mich zwei wohlerzogene, chinesische Maedchen an. Woher ich sei? Ein Gespraech entwickelt sich, ein Wort fuehrt zum anderen, ich fuehle mich geborgen. Zu den Maedchen gesellt sich eine dritte, man outet sich, ich als schwul, die dritte als lesbisch. Ich fuehle mich noch geborgener, bin froh ueber die Offenheit, kann endlich ein paar Fragen loswerden, die sich seit Wochen in mir stauen. Ich fuehl mich sauwohl.
Kommen wir zum Ende dieser Geschichte. Ich stehe dreieinhalb Stunden spaeter vor der verbotenen Stadt, zu deren Eintritt mir die Maedels vor dem Abschied ein Ticket geloest haben und stelle fest: Ich wurde durch einen sehr fein strukturierten, wohldurchdachten Abzock-Plan um 600 Euro erleichtert.
Wow. Das mir, mir, dem empathischen Menschenkenner.
Ja, aber auch andere Leute kennen Menschen, und wissen ihre Kenntnis mitunter aufs Gemeinste zu missbrauchen. Darauf war ich nicht gefasst.
Wie es weiterging? Ich verbrachte einen Tag lang, meinen ersten in Beijing, auf diversen Polizeistationen und letztendlich bekam ich das Geld zurueck.
Was schlimmer wiegt als dieser Vorfall und der Verlust des Tages: Ich traue keinem Chinesen mehr ueber den Weg. Und bei all meinem Geschimpfe ueber diese Menschenrasse sollte im Verlauf meiner Blogs klar geworden sein, dass ich dieses Land schon immer liebte und seit ich hier bin nie mehr vergessen werde.
Eine grosse Liebe wurde enttaeuscht.
So fuehlte ich mich, an diesem ersten Tag in Beijing. Dennoch konnte ich es Ihnen nicht veruebeln. Wer bin ich denn schon? Ein bloeder, europäischer Scheisser, dem das Wort "Geld" ins Gesicht geschrieben steht. Ein Tourist, der meint, er koenne sich in diesem Land einkaufen. Zumindest fuer viele hier, die nicht zur chinesischen Upper-Class gehoeren und von 87 Euro im Monat leben muessen. Da sind 600 Euro ein Vermoegen. Auch fuer mich, aber fuer mich Peanuts im Vergleich zu dem, was so eine Summe für die Menschen hier bedeutet...
Ich verzeihe Ihnen. Von ganzem Herzen. Dennoch bleibt ein Stich. Wem kann ich jetzt noch trauen? Die letzte Woche also misstrauisch. Macht mich sehr traurig.
Jed, mein persoenlicher "Beijing attendant" macht diese Woche dennoch zu einer schoenen. Doch ich muss nach meiner Erfahrung auch hier misstrauen. Dabei gibt es keinen ersichtlichen Grund, diesem wundervollen Menschen zu misstrauen. Ich schaeme mich.
Aber ich denke: All das ist China. Man kann nicht nur die Wunder haben. Zu den Wundern zaehlen halt auch Gehaelter von 27 Euro monatlich, von denen die Landbevoelkerung leben muss.
Raubt mich aus, ihr habt ja so Recht.
Nun war ich auf der Mauer, in den schmalen Gassen der Hutongs, habe den Tiananmen-Platz gesehen und vieles mehr. Und ich moechte weinen bei dem Gedanken, dass ich dieses Wunder-Land am Montag verlassen muss.
IN FACT: Ich weine. Ich werde mich fast 10.000 km von meiner grossen Liebe entfernt wiederfinden. Und ich moechte sie nicht verlassen.
Ja, ich hab das alles manchmal dick gehabt. Aber es ist auch verdammt schwer fuer einen der Sprache nicht Kundigen. Unter'm Strich will ich aber keinen dieser vergangenen 28 Tage missen. Keinen.
Shanghai, ich liebe dich, Chongqing, ich liebe dich, Wuhan, du warst die pure Freude, Wuyuan, du wunderschoenes Land, ich vergoettere dich, Ningbo, auch deine regennassen Tage werde ich vermissen, und Beijing, du hast mir ein Wunder mehr gezeigt, und dafuer liebe ich auch dich...
Nun, noch ein paar Stunden und ich muss dich verlassen, du Land der Wunder...
Nachts um halb drei falle ich zufrieden ins Bett und weiss: Ich und Beijing, wir sind bereits Freunde.
Schon am naechsten Morgen werde ich eines besseren belehrt.
Ich und Beijing muessen uns erst kennenlernen. Und wo Beijing ist, ist eben auch Unerfreuliches. Touristen-Nepper.
Ich ziehe um 10 Uhr los, steige am Tiananmen-Platz aus und gucke in diese grosse Stadt. Gucke nicht lange, da sprechen mich zwei wohlerzogene, chinesische Maedchen an. Woher ich sei? Ein Gespraech entwickelt sich, ein Wort fuehrt zum anderen, ich fuehle mich geborgen. Zu den Maedchen gesellt sich eine dritte, man outet sich, ich als schwul, die dritte als lesbisch. Ich fuehle mich noch geborgener, bin froh ueber die Offenheit, kann endlich ein paar Fragen loswerden, die sich seit Wochen in mir stauen. Ich fuehl mich sauwohl.
Kommen wir zum Ende dieser Geschichte. Ich stehe dreieinhalb Stunden spaeter vor der verbotenen Stadt, zu deren Eintritt mir die Maedels vor dem Abschied ein Ticket geloest haben und stelle fest: Ich wurde durch einen sehr fein strukturierten, wohldurchdachten Abzock-Plan um 600 Euro erleichtert.
Wow. Das mir, mir, dem empathischen Menschenkenner.
Ja, aber auch andere Leute kennen Menschen, und wissen ihre Kenntnis mitunter aufs Gemeinste zu missbrauchen. Darauf war ich nicht gefasst.
Wie es weiterging? Ich verbrachte einen Tag lang, meinen ersten in Beijing, auf diversen Polizeistationen und letztendlich bekam ich das Geld zurueck.
Was schlimmer wiegt als dieser Vorfall und der Verlust des Tages: Ich traue keinem Chinesen mehr ueber den Weg. Und bei all meinem Geschimpfe ueber diese Menschenrasse sollte im Verlauf meiner Blogs klar geworden sein, dass ich dieses Land schon immer liebte und seit ich hier bin nie mehr vergessen werde.
Eine grosse Liebe wurde enttaeuscht.
So fuehlte ich mich, an diesem ersten Tag in Beijing. Dennoch konnte ich es Ihnen nicht veruebeln. Wer bin ich denn schon? Ein bloeder, europäischer Scheisser, dem das Wort "Geld" ins Gesicht geschrieben steht. Ein Tourist, der meint, er koenne sich in diesem Land einkaufen. Zumindest fuer viele hier, die nicht zur chinesischen Upper-Class gehoeren und von 87 Euro im Monat leben muessen. Da sind 600 Euro ein Vermoegen. Auch fuer mich, aber fuer mich Peanuts im Vergleich zu dem, was so eine Summe für die Menschen hier bedeutet...
Ich verzeihe Ihnen. Von ganzem Herzen. Dennoch bleibt ein Stich. Wem kann ich jetzt noch trauen? Die letzte Woche also misstrauisch. Macht mich sehr traurig.
Jed, mein persoenlicher "Beijing attendant" macht diese Woche dennoch zu einer schoenen. Doch ich muss nach meiner Erfahrung auch hier misstrauen. Dabei gibt es keinen ersichtlichen Grund, diesem wundervollen Menschen zu misstrauen. Ich schaeme mich.
Aber ich denke: All das ist China. Man kann nicht nur die Wunder haben. Zu den Wundern zaehlen halt auch Gehaelter von 27 Euro monatlich, von denen die Landbevoelkerung leben muss.
Raubt mich aus, ihr habt ja so Recht.
Nun war ich auf der Mauer, in den schmalen Gassen der Hutongs, habe den Tiananmen-Platz gesehen und vieles mehr. Und ich moechte weinen bei dem Gedanken, dass ich dieses Wunder-Land am Montag verlassen muss.
IN FACT: Ich weine. Ich werde mich fast 10.000 km von meiner grossen Liebe entfernt wiederfinden. Und ich moechte sie nicht verlassen.
Ja, ich hab das alles manchmal dick gehabt. Aber es ist auch verdammt schwer fuer einen der Sprache nicht Kundigen. Unter'm Strich will ich aber keinen dieser vergangenen 28 Tage missen. Keinen.
Shanghai, ich liebe dich, Chongqing, ich liebe dich, Wuhan, du warst die pure Freude, Wuyuan, du wunderschoenes Land, ich vergoettere dich, Ningbo, auch deine regennassen Tage werde ich vermissen, und Beijing, du hast mir ein Wunder mehr gezeigt, und dafuer liebe ich auch dich...
Nun, noch ein paar Stunden und ich muss dich verlassen, du Land der Wunder...
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| Drei reizende Damen an der Seite und 600 € ärmer |
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