Chronologisch rückwärts, wundervolles Xingping
Wieder in meinem Schaukelstuhl auf der Veranda angelangt, Blog schreibend, sitzt neben mir in Schaukelstuhl Nummer Zwei sowas wie der Papa des Hauses.
Endlich wieder Abendessen, wie ich es kenne und liebe. Ich wähle aus, und ich kann es jetzt, 1 1/2 Jahre später, nicht nur deuten sondern auch sagen.
Ich will Aubergine, ganz viel Ingwer, ein wenig scharfer Paprika ist auch nicht schlecht, und natürlich eine Flasche Bier.
Sitze auf einem Kinderstuhl, die Knie schon fast unter dem Kinn. Das Essen, das kommt, hätte der liebe Gott nicht besser zubereiten können. Pures Manna. Auberginen, scharf angebraten mit Ingwer, ein wenig Schweinefleisch - Phhhhhh, das juckt mich jetzt nicht mehr - süßeste rote Paprika, scharfe grüne dazu, ein wenig Frühlingszwiebel und die Gewürze Chinas.
Der Geschmack des Essens zwingt mich in die Knie. Bissen für Bissen. Einen Tisch vor mir, hat sich eine Gesellschaft von etwa zehn jungen Chinesen und Chinesinnnen niedergelassen. Sie essen, trinken vor allem, was das Zeug hält.
Ich will Aubergine, ganz viel Ingwer, ein wenig scharfer Paprika ist auch nicht schlecht, und natürlich eine Flasche Bier.
Sitze auf einem Kinderstuhl, die Knie schon fast unter dem Kinn. Das Essen, das kommt, hätte der liebe Gott nicht besser zubereiten können. Pures Manna. Auberginen, scharf angebraten mit Ingwer, ein wenig Schweinefleisch - Phhhhhh, das juckt mich jetzt nicht mehr - süßeste rote Paprika, scharfe grüne dazu, ein wenig Frühlingszwiebel und die Gewürze Chinas.
Der Geschmack des Essens zwingt mich in die Knie. Bissen für Bissen. Einen Tisch vor mir, hat sich eine Gesellschaft von etwa zehn jungen Chinesen und Chinesinnnen niedergelassen. Sie essen, trinken vor allem, was das Zeug hält.
Ich habe meinen letzten Bissen noch nicht geschluckt, da bittet mich einer der Runde zu ihnen hinüber. Erst zier ich mich, dann denk ich, ach, egal, kann ja nur lustig werden.
Es wird lustig.
Innerhalb von ca. 1/2 Stunde muss ich ungefähr zehn Gläser trocknen. Soll meinen: Ex und hopp!
Ist ja auch zu lustig, wie der Deutsche immer trunkener wird. Zum Beweis, dass man auch brav ausgetrunken hat, stülpt man sich das leere Glas auf den Kopf. "Gan bei!" eben. Das Glas trocken machen. Was auch sonst. So doof, müde vor sich hinnibbeln etwa?
Nix für Chinesen. Glas trocknen!
Mir schwinden derweil schon die Sinne, zumal ich mir ausmalen kann, wie mein Abend endet.
Es wird lustig.
Innerhalb von ca. 1/2 Stunde muss ich ungefähr zehn Gläser trocknen. Soll meinen: Ex und hopp!
Ist ja auch zu lustig, wie der Deutsche immer trunkener wird. Zum Beweis, dass man auch brav ausgetrunken hat, stülpt man sich das leere Glas auf den Kopf. "Gan bei!" eben. Das Glas trocken machen. Was auch sonst. So doof, müde vor sich hinnibbeln etwa?
Nix für Chinesen. Glas trocknen!
Mir schwinden derweil schon die Sinne, zumal ich mir ausmalen kann, wie mein Abend endet.
Meine chinesischen Trinkgenossen finden das großartig. Wobei sie nicht ganz fair sind: Sie schicken immer wieder einen anderen vor, meinen wohl, mich täuschen zu können - unter dem Motto: für einen Europäer sieht ein Chinese wie der andere aus -, der mich zwingt, mit ihm das Glas zu trocknen.
Neben mir ein schwuler Koreaner. Er ist seit 2 1/2 Jahren in Xingping und führt ein koreanisches Restaurant. Er mag mich. Schön. Er ist ungefähr 55. Sagt mir, dass ich sehr hübsch bin. Fein. Freu mich, sage auf Chinesisch "Nali, nali!", was so viel wie "Nicht doch, nicht doch..." bedeutet.
Ein Chinesisch und Englsich sprechender Koreaner in der Provinz Guangxi. Frage ihn, was ihn hierher verschlagen hat. Er zuckt bedeutungsvoll mit seinen Brauen. Kann ich mir, darf ich mir also denken. Denke mir, dass Homosexualität in Korea auch nicht gerade gut ankommt und er seine Familie flüchten musste.
Ein Chinesisch und Englsich sprechender Koreaner in der Provinz Guangxi. Frage ihn, was ihn hierher verschlagen hat. Er zuckt bedeutungsvoll mit seinen Brauen. Kann ich mir, darf ich mir also denken. Denke mir, dass Homosexualität in Korea auch nicht gerade gut ankommt und er seine Familie flüchten musste.
Die Runde macht mit mir Fotos und betrinkt mich, was sonst? Lao Wai. Der alte Ausländer. Lustisch!
Ich sitze auf der Dachterrasse meines Hotels und genieße auf dem großzügigen Sofa den Rundumblick. Karstberge, Bambus und eine der malerischsten Biegungen des Li-Flusses, gesehen über die Dächer des Dorfes Xingping hinweg.
Ist das das Paradies, frage ich mich. So ähnlich, denke ich. Und im Paradies gibt es natürlich auch WLAN.
Gucke das neueste Video meiner Freundin Young-Shin, irgendein Video-Clip eines deutschen Sängers, für den sie gerade die hübsche Asiatin gegeben hat.
Das Hotel, in das ich einchecke ist einfach unglaublich. Unglaublich, unglaublich. Habe einen Balkon mit so einem Hängesessel, der sich drin-sitzend um seine eigene Achse drehen lässt. In dem Sessel kann ich den Li-Fluss und die Karstberge beschauen..
Alles ist großzügig bemessen, die Betten, der Raum, das blitzsaubere Badezimmer, und sogar geschmackvoll eingerichtet. Gerade nach der letzten Nacht in Guilin mehr als ein Wunder.
Alles ist großzügig bemessen, die Betten, der Raum, das blitzsaubere Badezimmer, und sogar geschmackvoll eingerichtet. Gerade nach der letzten Nacht in Guilin mehr als ein Wunder.
Xingping ist meine Destination, mein Ziel. Dort wo der Li-Fluss am schönsten, die Karstberge am malerischsten sind. Mit einem Bamboo-Boat, das ich noch gestern Nacht um 12 Uhr bei meiner Ankunft in Guilin buchen konnte, schwebe ich kurz über der Wasseroberfläche sitzend meinem Ziel entgegen. Sehe die "Highlights des Li-Flusses", wie diese Touren in der Regel angekündigt werden, und habe die nette Gesellschaft von drei "well educated" Engländern. Meine Füße und den Li-Fluss trennen nur zehn Plastikrohre - Bamboo-Boat eben.
Die Karstberge liegen im frühen Grau des Tages, was sie mir fast mystisch entrückt. Der Fluss duftet, ja er duftet, fast süßlich, nicht schal, wie der Yangtse. Oder wehen die Düfte vom Ufer herüber?
Die großen Boote ziehen an uns vorbei, ausschließlich besetzt von chinesischen Touristen. Hinten am Bug sind fleißige Hände dabei, open air das Mittagessen für die Passagiere zuzubereiten. Man kann ihnen wortwörtlich in die Töpfe gucken.
Ein Händler schiebt sich mit seinem Bambusboot, einem lediglich aus fünf, diesmal echten Bambusrohren zusammengeflickten Floß, an eines der Ausflugsboote heran und klinkt sich mit einem Haken an der Reeling ein.
Übung macht sich. Er lässt sich ein Stückchen des Weeges mitziehen, versucht den Ausflüglern ein paar Yuan aus der Tasche zu ziehen und seilt sich dann geschickt wieder ab, bevor er sich auf die Jagd nach dem nächsten Touristen-Boot macht.
Ein Händler schiebt sich mit seinem Bambusboot, einem lediglich aus fünf, diesmal echten Bambusrohren zusammengeflickten Floß, an eines der Ausflugsboote heran und klinkt sich mit einem Haken an der Reeling ein.
Übung macht sich. Er lässt sich ein Stückchen des Weeges mitziehen, versucht den Ausflüglern ein paar Yuan aus der Tasche zu ziehen und seilt sich dann geschickt wieder ab, bevor er sich auf die Jagd nach dem nächsten Touristen-Boot macht.
So war mein Tag, ein reicher, ein wundervoller.
Xingping, hier bin ich, hier möcht ich bleiben.
Xingping, hier bin ich, hier möcht ich bleiben.
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