Die Adler und erste Sprachversuche
Ich bin in Kanton, endlich im Festland-China, nicht dieses SAR- (Sonderwirtschaftszonen-) China. Das echte, das wahre. China, so wie ich es lieben gelernt habe.
Heute morgen fing mein Tag noch im Viktoria-Park in Hongkong an.
7.00 Uhr morgens, alles, was ueber 60 ist, trifft sich dort, um zu sporteln. Tai-Chi-Gruppen, ganz pur oder verstaerkt mit Faecher oder Schwert, wo man hinsieht. Dazwischen und rundherum Jogger, Walker, Federball- und Basketballspieler, Aerobic-Gruppen und die Leutchen an den komischen Geraeten, die an den bei uns in den 70ger Jahren so beliebten Trimm-Dich-Pfad erinnern. Es wird gestreckt, geliegestuetzt, geklimmzugt, auch einfachere Versionen des in europaeischen Fitness-Studios so beliebten Cross-Trainers sind vorhanden und werden von ihren Chinesen bewegt. Ueber alledem liegt ein undefinierbar schoenes Gewirr von Musik.
Fast keine Gruppe ist hier ohne Musik, geschweige dem ohne Anleiter/-in unterwegs. Der Park eine einzige grosse Massenertuechtigung.
Die Atmosphaere ist nicht zu beschreiben, ich koennte einfach nur niederknien und den Gott des Sportes loben. In der Hoehe schwebt ein Adler.
Nein, im Ernst. Als ich auf dem Viktoria-Peak war, habe ich sie naeher gesehen, die Voegel. Kein Bussard, kein Falke, eher eine Nummer groesser. Und was bleibt da noch? Na eben.
Nein, im Ernst. Als ich auf dem Viktoria-Peak war, habe ich sie naeher gesehen, die Voegel. Kein Bussard, kein Falke, eher eine Nummer groesser. Und was bleibt da noch? Na eben.
Der schwebt also ueber den Wolkenkratzern, ueber den Sportlern und hebt sich von den Huegeln hinter den Wohnsilos ab.
Ueberhaupt sehr schoen das. Die Grossstadt, die mitten in die Berge hineingebaut ist.
Dann im Zug nach Guangzhou (Kanton). Weichsitzer. Etwas schmuddelig aber dafuer - finde ich - um so liebenswerter. Genuegend Raum fuer meine Beine, eine Fussstuetze und eine Flasche Wasser, all inclusive. Die Toiletten sind Stehtoiletten, aber sauber. Davor gibt es einen zum Grossraumwagen offenen Waschplatz mit zwei Waschbecken.
Eine Kanne gruenen Tee im Speisewagen samt einem Schaelchen Erdnuesse - Aschenbecher wartet bereits vor mir - und mir geht's immer besser. So muss Reisen sein. Auch der Speisewagen hat mehr Charme als das, was ich bisher als solchen kannte. Die Stuehle sind ganz normale Stuehle, die man sich vor dem Fenster zurechtrueckt, ganz genau so, wie man es haben will. Einfach ist eben manchmal einfach gut.
In Kanton angekommen, kann man sich nicht so recht entscheiden, ob man mich ins Land laesst. Irgendwas ist, aber ich verstehe nicht, was.
Eine Kanne gruenen Tee im Speisewagen samt einem Schaelchen Erdnuesse - Aschenbecher wartet bereits vor mir - und mir geht's immer besser. So muss Reisen sein. Auch der Speisewagen hat mehr Charme als das, was ich bisher als solchen kannte. Die Stuehle sind ganz normale Stuehle, die man sich vor dem Fenster zurechtrueckt, ganz genau so, wie man es haben will. Einfach ist eben manchmal einfach gut.
In Kanton angekommen, kann man sich nicht so recht entscheiden, ob man mich ins Land laesst. Irgendwas ist, aber ich verstehe nicht, was.
Die verstehens, glaub ich, auch nicht. Fragen mich nach einem anderen Pass. Hallo? Ein anderer Pass. Noch einer? Reicht hier nicht einer?
Wie dem auch sei. Die Pass-Beamtin - iss sie gar nicht, wie sich herausstellt - macht mit mir, waehrend mein Pass aus dem Blickfeld verschwindet, Konversation in Deutsch. Viertes Semester Germanistik. Ich bin platt und kann gar nicht mehr aufhoeren, zu grinsen.
Die Pass-Huerde nehme ich letztendlich mit meinem Fuehrerschein.
Hallo? Warum beantrage ich drei Monate vor Reiseantritt ein Visum, das von der chinesischen Botschaft in meinen Pass geleimt wird und mich 30 Euro kostet, um dann zu erleben, dass ich ohne meinen deutschen Fuehrerschein die Grenze nicht haette passieren duerfen.
Wie dem auch sei. Die Pass-Beamtin - iss sie gar nicht, wie sich herausstellt - macht mit mir, waehrend mein Pass aus dem Blickfeld verschwindet, Konversation in Deutsch. Viertes Semester Germanistik. Ich bin platt und kann gar nicht mehr aufhoeren, zu grinsen.
Die Pass-Huerde nehme ich letztendlich mit meinem Fuehrerschein.
Hallo? Warum beantrage ich drei Monate vor Reiseantritt ein Visum, das von der chinesischen Botschaft in meinen Pass geleimt wird und mich 30 Euro kostet, um dann zu erleben, dass ich ohne meinen deutschen Fuehrerschein die Grenze nicht haette passieren duerfen.
Nanu! China halt.
Mein Zimmer in der Jugendherberge ist noch nicht beziehbar, also erkunde ich Guangzhou.
Es wurrlt, es lebt. China halt.
Jetzt bin ich angekommen. Ein Kind fasst mich an, sagt "Hello!", China halt.
Mein Zimmer in der Jugendherberge ist noch nicht beziehbar, also erkunde ich Guangzhou.
Es wurrlt, es lebt. China halt.
Jetzt bin ich angekommen. Ein Kind fasst mich an, sagt "Hello!", China halt.
Da sind auch wieder ein paar Unverbesserliche, die mir "Watch!" oder sonstwas anbieten wollen. Es perlt von mir ab und ich fuehle mich sauwohl. Nur meine Fuesse nicht. Die sind mit mir seit ungefaehr 14 Stunden unterwegs, unterbrochen von zwei Stunden im Weichsitzer.
Unzählige Schritte spaeter erreiche ich wieder die Jugendherberge, kann endlich auf mein mittlerweile gereinigtes Zimmer und siehe da, es ist das, was es zu sein versprach: River-View, single bedroom, mit Bad. Ein Balkon, eine grosszuegige Nasszelle und eine ausschaltbare Klimaanlage machen das Ganze zum Traum. Traum mit Blick ueber den Perl-Fluss.
Noch einmal gehe ich raus. Essen. Nun geht's los.
Unzählige Schritte spaeter erreiche ich wieder die Jugendherberge, kann endlich auf mein mittlerweile gereinigtes Zimmer und siehe da, es ist das, was es zu sein versprach: River-View, single bedroom, mit Bad. Ein Balkon, eine grosszuegige Nasszelle und eine ausschaltbare Klimaanlage machen das Ganze zum Traum. Traum mit Blick ueber den Perl-Fluss.
Noch einmal gehe ich raus. Essen. Nun geht's los.
Putonghua (Mandarin), das ich selbst noch nicht an Menschen erprobt habe, mit Kantonesen reden, die kein Chinesisch verstehen. Das verspricht, heiter zu werden.
Meine Blicke streifen flehentlich die Auslagen der Lokale. Ob ich irgendwo eine offene Kueche sehe, in die ich im Zweifelsfall eindringen kann, um auf das zu deuten, was ich essen will.
Aber ich werde eingeholt von der Realitaet. Sprich von einem Gastwirt genoetigt, in SEINEM Lokal Platz zu nehmen. Meine Rettung zeichnet sich in Form eines Grills ab. Da liegen Sachen, die ich kenne. Juhu! Dann sag ich noch auf Chinesisch, was ich will und siehe da, es kommt ein Mahl zusammen, wie ich es bestellt habe. Sogar mit Schuessel Reis, die ich allerdings zweimal bestellen musste. Da sitze ich und freu mich.
Aber schon zehn Minuten spaeter bin ich beim Essen umringt von Kantonesen, die alle irgendwas von mir wissen wollen. Mir bricht der Schweiss aus. Tropft an mir herunter, waehrend ich versuche, zuzuhoeren und zu essen.
Meine Blicke streifen flehentlich die Auslagen der Lokale. Ob ich irgendwo eine offene Kueche sehe, in die ich im Zweifelsfall eindringen kann, um auf das zu deuten, was ich essen will.
Aber ich werde eingeholt von der Realitaet. Sprich von einem Gastwirt genoetigt, in SEINEM Lokal Platz zu nehmen. Meine Rettung zeichnet sich in Form eines Grills ab. Da liegen Sachen, die ich kenne. Juhu! Dann sag ich noch auf Chinesisch, was ich will und siehe da, es kommt ein Mahl zusammen, wie ich es bestellt habe. Sogar mit Schuessel Reis, die ich allerdings zweimal bestellen musste. Da sitze ich und freu mich.
Aber schon zehn Minuten spaeter bin ich beim Essen umringt von Kantonesen, die alle irgendwas von mir wissen wollen. Mir bricht der Schweiss aus. Tropft an mir herunter, waehrend ich versuche, zuzuhoeren und zu essen.
Vier Gesichter in meinem Essen. Dabei hasse ich es, wenn man mir beim Essen so nahe kommt. Aber: China halt.
Ich schlage mich wacker, sowohl mit dem Essen als auch mit dem Antworten.
Letztendlich war es eine schoene Begegnung. Ich habe etwas von meinen Selbstgedrehten, sie mir etwas von ihrem chinesischen Kraut gegeben und alle waren zufrieden. American Spirit fand der Chef uebrigens super. Oder er war einfach nur hoeflich. Der Daumen war weit oben.
Essen war gut, viel zu viel, China halt.
Als ich zuruekkehre in die Jugendherberge, gucke ich nochmal auf den Stadtplan an der Wand. Da entdecke ich, dass der naechste Block rechts neben dem Ausgang das "Guangzhou Mental Hospital" beherbergt. Ah, deshalb fuehle ich mich hier so wohl.
Guckst du!
Ich schlage mich wacker, sowohl mit dem Essen als auch mit dem Antworten.
Letztendlich war es eine schoene Begegnung. Ich habe etwas von meinen Selbstgedrehten, sie mir etwas von ihrem chinesischen Kraut gegeben und alle waren zufrieden. American Spirit fand der Chef uebrigens super. Oder er war einfach nur hoeflich. Der Daumen war weit oben.
Essen war gut, viel zu viel, China halt.
Als ich zuruekkehre in die Jugendherberge, gucke ich nochmal auf den Stadtplan an der Wand. Da entdecke ich, dass der naechste Block rechts neben dem Ausgang das "Guangzhou Mental Hospital" beherbergt. Ah, deshalb fuehle ich mich hier so wohl.
Guckst du!
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