Willkommen in Hangzhou

Jetzt ist es so, wie ich es mir im schlimmsten Fall vorgestellt hatte. Nichts geht mehr. Alle meine Dienste sind nicht erreichbar. Und China ist bisher nicht besonders nett zu mir. Ich könnte nun schreiben, wiederholen, was ich bereits bei meinem ersten Aufenthalt vor sechs Jahren gewütet habe. Aber ich bin nicht wütend, nur erschöpft. Am ersten Tag macht es den Anschein, als wäre ich niemals in China gewesen, hätte nicht bereits durch viele Versuche, Anläufe, zu verstehen erfahren und gelernt. Für mich das Schlimmste ist dabei, dass ich ja mittlerweile eigentlich, zumindest grundliegend, kommunizieren könnte. Aber es geht nicht. Nicht in Englisch, nicht in Landessprache. Nachdem ich heute bereits mehrfach kommunikativ vor die Wand gelaufen bin, bin ich ganz kleinlaut, was die erlernten Sprachkenntnisse betrifft. Am liebsten mag ich gar nicht mehr reden. Nur deuten, reichen, mit einem Dankeschön den Kontakt beenden.
Morgen ist ein neuer Tag und ich werde sehen, ob sich mein innerlicher Knoten noch löst. Die Erfahrung, dass ich mich beim Touch-Down auf chinesischen Boden bereits in ein selbstbewusstes, lebensfrohes, soziales und geduldiges Wesen verwandle, hat sich nicht erneut bestätigt.
狄思杰

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